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Mist (1)24.8.2026
Dr. Beverly Crusher, Remember me
»Computer, was ist das für ein Mist, den ich da sehe?«
Dr. Beverly Crusher, Das Experiment
Ein Film im deutschen Kino bekommt auch einen deutschen Titel. Manchmal wird der Originaltitel übersetzt, manchmal auch unübersetzt übernommen, in der Regel aber wird er nach einem schwer durchschaubaren und offensichtlich bescheuerten System durch einen deutschen Titel ersetzt, der frei erfunden, glatt gelogen oder völlig wirr & wahnsinnig ist.
Ein Kapitel für sich sind die verschwitzen Eindeutschungen, mit denen ein Titel zuverlässig auf Jerry-Cotton-Niveau gebracht wird. ›Key Largo‹? Wird zum ›Hafen des Lasters‹, auch wenn im ganzen Film kein Hafen vorkommt (ein Laster übrigens auch nicht). Später hat man sich ein wenig besonnen und den Unfug in ›Gangster in Key Largo‹ abgemildert. Auch nicht gut, aber besser. Und wo in Italien ›Il grande silenzio‹ herrscht, pflastern in Deutschland halt ›Leichen seinen Weg‹.
Unverständliche Titel werden generell vermieden und aus ›Turk 182!‹ wird ein eher idiotisches ›Schlitzohr‹. Na gut, werden Sie jetzt sagen, aber mit »Turk 182« können deutsche Zuschauer halt wenig anfangen. Stimmt. Aber da geht es ihnen genauso wie den amerikanischen Zuschauern oder den Figuren im Film: die verstehen es nämlich auch nicht. Was das rätselhafte Graffito »Turk 182« bedeutet, wird erst gegen Ende des Films aufgeklärt.
Vollends skurril wird es, wenn ein englischer Titel wie ›Rabbit-Proof Fence‹ ins, je nun, eben nicht Deutsche übersetzt, sondern einfach nur englisch umbenannt wird und als ›The Long Walk Home‹ in die Kinos kommt. Das wollte man dem deutschen Publikum aber auch nicht unübersetzt lassen und hängte also prompt noch »Der lange Weg nach Hause« an. Das ist beileibe kein Einzelfall, sondern gern geübte Praxis.
Da wird aus ›Bend it like Beckham‹ ein ›Kick it like Beckham‹, ›A Man apart‹ bekommt den Titel ›Extreme Rage‹, der zu allem Überfluss auch noch neckisch »eXtreme Rage« geschrieben wird. Die ›Mean Girls‹ mutieren zum ›Girls Club‹ samt Zusatz »Vorsicht, bissig!«, während die Hobby-Biker der ›Wild Hogs‹ hierzulande als ›Born to be wild – Saumäßig unterwegs‹ sind. Aus ›Copycat‹ wird ›Copykill‹, während sich die ›Eight Legged Freaks‹ als ›Arrac Attac‹ über das deutsche Publikum hermachen. Und so weiter und so fort.
Einen Platz in der ewigen Bestenliste der rätselhaftesten Titelumbenennungen aller Zeiten gebührt allerdings dem Film ›Black Eagle‹, der in Deutschland die Farbe wechselte und sich als ›Red Eagle‹ erhob.
… to be continued